Brennholz trocknen und lagern
Frisch geschlagenes Holz besteht zur Hälfte aus Wasser. Bis es brennt, wie es soll, muss der grösste Teil davon verdunsten - und wie schnell das geht, entscheidet fast ausschliesslich die Lagerung.
Ziel sind höchstens 20 % Wassergehalt. Gespaltene Buche und Fichte erreichen das bei richtiger Lagerung innerhalb eines Jahres, ungespaltenes Holz braucht bis zu zwei.
Warum trocken
Nasses Holz verbrennt mit deutlich geringerer Energieausbeute und kann zu höheren Emissionen und aggressiven Ablagerungen in Ofen und Kamin führen. Lufttrockenes Holz mit 15 bis 20 % Wassergehalt liefert rund 4 kWh je Kilogramm, frisch geschlagenes mit 50 % und mehr rund 2 kWh.
Was vorgeschrieben ist
- Deutschland
- Feuchtegehalt unter 25 % bezogen auf das Trockengewicht, also Holzfeuchte. Das entspricht 20 % Wassergehalt. Ausgenommen sind automatisch beschickte Anlagen, die für feuchtere Brennstoffe gebaut sind.
- Österreich
- Geregelt je Bundesland. Vorarlberg etwa verlangt naturbelassenes, trockenes Holz mit höchstens 20 % Wassergehalt.
- Schweiz
- Keine Zahl im Gesetz: verbrannt werden darf Holz, das nach Art, Qualität und Feuchtigkeit für die Anlage geeignet ist. Holzenergie Schweiz empfiehlt unter 20 % Wassergehalt.
So trocknet es
- Früh spalten, möglichst rasch nach dem Einschlag. Gespaltenes Holz trocknet schneller.
- Sonnig und windig lagern, etwa am Waldrand oder an der Süd- oder Westseite eines Gebäudes.
- Nicht auf den Boden, sondern auf Paletten oder Rundhölzer.
- Im Kreuzstapel oder in Gitterboxen trocknet es am schnellsten.
- Mindestens 10 cm Abstand zur Hauswand.
- Spätestens nach dem Sommer oben gegen Regen abdecken, aber nie ganz in Plastik einpacken und nicht in geschlossenen Räumen wie dem Keller lagern.
- Den Tagesbedarf vor dem Feuern im beheizten Raum aufbewahren.
Wie lange
Gespaltene Buche und Fichte oder Kiefer trocknen bei richtiger Lagerung innerhalb eines Jahres auf unter 20 % Wassergehalt, ungespaltenes Holz braucht bis zu zwei Jahre (LWF). Holzenergie Schweiz empfiehlt pauschal mindestens zwei Jahre Lagerung. Für Eiche und die übrigen Arten nennt keine der Quellen eine Dauer.
Richtig messen
Handelsübliche Messgeräte zeigen die Holzfeuchte, nicht den Wassergehalt. 25 % auf dem Display sind 20 % Wassergehalt. Umrechnung: Wassergehalt = Holzfeuchte ÷ (1 + Holzfeuchte).
- Ein Scheit spalten und auf der Längsseite messen, nicht an der Stirnseite. Die frische Spaltfläche gibt meist etwas bessere Werte.
- Die Elektroden so setzen, dass ihre Verbindungslinie quer zur Faser liegt.
- Auf die Temperatur achten. Die Geräte sind auf 20 °C eingestellt: kälteres Holz zeigt zu niedrige Werte, wärmeres zu hohe.
- Die Holzart am Gerät einstellen, wenn es einen Wahlschalter dafür hat.
- Verlässlich sind die Geräte bis etwa 30 % Holzfeuchte. Für die Frage, ob das Holz trocken genug ist, reicht das.
| Wassergehalt | Holzfeuchte (Messgerät) |
|---|---|
| 5 % | 5 % |
| 15 % | 18 % |
| 20 % | 25 % |
| 30 % | 43 % |
| 40 % | 67 % |
| 50 % | 100 % |
Quellen
LWF aktuell 54: Das Problem mit der Holzfeuchte und dem Wassergehalt, 2006
Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV), § 3 Abs. 3, abgerufen 07.10.2026
Luftreinhalte-Verordnung (LRV), SR 814.318.142.1, Anhang 3 Ziffer 521, Stand 1. August 2026
Vorarlberg, Luftreinhalteverordnung § 6 Abs. 1 lit. a (LGBl. Nr. 8/2022 idF 16/2025), in Kraft seit 19.03.2025
Holzenergie Schweiz, Häufige Fragen, abgerufen 07.10.2026
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Merkblatt 12: Energiegehalt von Holz, 2024
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